dh SDH

hydraulisches Schachtbohrgerät (3 armig / 4 armig)

Vollhydraulische dhms Schachtbohrgeräte bestehen aus zwei Hauptbaugruppen – einer elektrohydraulischen Antriebs- und Steuereinheit und einem schirmartig zusammenfaltbaren Bohrgerät.

Durch die hohen Bohrgeschwindigkeiten beim hydraulischen Bohren kann die Anzahl der Bohrarme auf drei oder vier Bohrarmebeschränkt werden. Das Bohrgerät wird auf rad-, gleisgeführten oder festen Transport- und Wartungsgestellen am Schachtanschlag bereitgehalten. Zur Durchführung von Wartungs- und Einstellarbeiten ist eine kleine Antriebs-und Steuereinheit in das Wartungs- und Parkgestell integriert. Beim Transport zur Teufsohle ist das Bohrgerät schirmartig zusammengefaltet. Der Transportdurchmesser beträgt nur 1900 mm. Nach Durchfahrt durch die Teufbühne erfolgt mit Hilfe von leckölfreien Schnellkupplungssystemen und Spezialsteckern der Anschluss an die elektrohydraulische Antriebs- Steuer- und Versorgungseinheit, die auf der Teufbühne installiert ist. Bei Erreichen der Teufsohle wird die Mittelsäule des Schachtbohrgerätes über einen Abstützdorn in einem voraberstellten Bohrloch (Pius) im Mittelpunkt der Schachtscheibe zentriert. Nach Einschalten der Antriebs- und Steuereinheit kann der Abstützdorn zur optimalen Anpassung des Bohrgerätes an die Schachtsohle hydraulisch bis zu 450 mm ausgefahren werden. Anschließend werden die im oberen Bereich der Mittelsäule angeordneten teleskopierbaren Verspannstützen ausgefahren und gegen den Schachtmantel verspannt. Danach werden die Bohrarme ausgefahren und die Bohrlafetten in Bohrposition gebracht.

 

Die stabile Verspannung gewährleistet schnelles und präzisesEinrichten der Bohrlafetten auf alle Bohrlochansatzpunkte.

Für die unterschiedlichen Bohraufgaben sind Bohrlafetten mit Nutzbohrtiefen bis 5000 mm verfügbar, die mit leistungsstarken hydraulischen Drehbohrmaschinen oder Bohrhämmern bestückt sind. Ein Wechsel der Bohrantriebe zur optimalen Anpassung der Bohrverfahren (drehend – drehschlagend) an die zu durchteufenden Gesteinsformationen ist mit geringem Aufwand möglich.Die Bohrlafetten der neuen Geräte besitzen ein Zylindervorschubsystem mit hohen Vorschub- und Rückzugkräften. Zur optimalen Schlauchführung dient eine Schlauchrolle. Optional kann eine hydraulische Klemmvorrichtung zum Verlängerungsbohren oder eine Absaughaube zur Bohrkleinabsaugung beim Trockenbohren angebaut werden. Die Bedienung der Aufrüst-, Einricht- und Bohrfunktionen erfolgt über Funkfernsteuerpulte. Jeder Bohrarm wird über ein separates Funksteuerpult gesteuert. Die Pulte sind jeweils auf die verschieden Bohrarme und die Aufstellfunktionen umschaltbar. Die Steuerungsfunktionen beinhalten eine Anbohrstufe, eine automatische Zu- und Abschaltfunktion des Bohrhammerschlagwerkes und eine Antifestbohrautomatik. Zur Energieversorgung und Steuerung werden entsprechend Kundenwunsch ein- oder zweiteilige elektrohydraulische Antriebs-, Steuer- und Versorgungaggregate auf der Schachtbühne installiert. Die zweiteilige Ausführung ermöglicht die Umschaltung der einzelnen Bohrarme sowie der Aufstellfunktionen im Störungsfall. Die Aggregate können je nach Ausführung vertikal oder horizontal auf der Schachtbühne positioniert werden. Sie sind neben einem Wasserkühlsystem zusätzlich auch mit einem Luftkühlsystem für das Bohren mit Luftspülung ausgestattet. Neben der Versorgung des Bohrgerätes können die Aggregate auch zum Antrieb weiterer hydraulischer Einrichtungen beim Teufbetrieb verwendet werden. Alle Baukomponenten des Schachtbohrgerätes sind durch besondere Maßnahmen gegen das Eindringen von Wasser und Staub geschützt. Die Elektrokomponenten entsprechen der Schutzklasse IP66. Auch eine Ausführung mit Schlagwetterschutz ist verfügbar.

Varianten

  • dh SDH3 – drei Bohrarme

  • dh SDH4 – vier Bohrarme

     

Anwendungsgebiete

Bohraufgaben beim Abteufen von Schächten:

  • Sprenglochbohrungen

  • Erkundungsbohrungen

  • Injektionsbohrungen

  • Wasserlösungsbohrungen

 

Eigenschaften

  • hydraulischer Antrieb

  • anpassbar an unterschiedliche Schachtdurchmesser

  • einfaltbar auf einen minimalen Transportdurchmesser für den Transport durch die Schachtbühne zur Schachtsohle

  • schnelle Auf- und Abrüstung auf der Schachtsohle

  • schnelles und präzises Einrichten der Bohrlafetten auf alle Bohrlochansatzpunkte durch stabile Verspannung des Bohrgerätes

  • automatische Parallelhaltung der Bohrlafetten

  • Lafettensysteme für verschiedene Bohrlochtiefen (bis zu 5000 mm)

 

Vorteile

  • hohe Bohrgeschwindigkeit beim Sprenglochbohren

  • hohe Bohrgeschwindigkeit beim Verlängerungsbohren

  • lange Bohrlochlängen bei Erkundungs- und Injektionsbohrungen möglich

  • einfacher Wechsel zwischen drehender oder drehschlagender Bohrtechnik durch alternativen Aufbau leistungsstarker hydraulischer Drehbohrmaschinen oder Bohrhämmer

  • optimale Bohrkontrolle (automatische Anbohrstufe, Schlagwerk Zu- und Abschaltung, Antifestbohrautomatik)

  • robuste Bohrarmkinematik mit zusätzlicher seitlicher Schwenkbarkeit der Bohrlafetten von 2 x 15°

  • Vermeidung von Schmierölnebel

  • reduzierte Geräuschemission

  • reduzierter Personalbedarf da nur drei oder vier Bohrarme erforderlich

Datenblatt

Standard IP66 (mit und ohne Schlagwetterschutz)
Gesamtlänge ca. 8500 mm
Transportdurchmesser 1900 mm
Gewicht ca. 10000 - 12000 kg
Bohrlafetten verschiedene (Bohrtiefe bis zu 5000 mm)
Verspannstützen 3